Qivalis: 37 Banken bauen einen Euro-Stablecoin
ING, BNP Paribas, UniCredit und 34 weitere Banken bauen von Amsterdam aus einen Euro-Stablecoin. Die Zulassung ist beantragt und noch nicht erteilt.
Siebenunddreißig europäische Banken — ING, BNP Paribas, UniCredit, CaixaBank, KBC, Rabobank, Nordea, Danske Bank und dreißig weitere — bauen gemeinsam einen einzigen Euro-Stablecoin. Das Gemeinschaftsunternehmen heißt Qivalis, sitzt in Amsterdam und peilt die zweite Jahreshälfte 2026 an. Die Zulassung ist beantragt und noch nicht erteilt; das schreibt Qivalis selbst auf der eigenen Website.
Was Qivalis ist
Qivalis B.V. ist im niederländischen Handelsregister unter der Nummer 98235680 eingetragen und hat bei De Nederlandsche Bank eine Zulassung als E-Geld-Institut beantragt. Das Ziel in ihren eigenen Worten: ein "fully regulated, 1:1-backed euro stablecoin" als Fundament für Zahlungen, Settlement und digitale Vermögenswerte.
Begonnen hat es im Dezember 2025 mit zehn Banken als Anteilseignern: Banca Sella, CaixaBank, Danske Bank, DekaBank, ING, KBC, Raiffeisen Bank International, SEB, UniCredit und BNP Paribas. Im Mai 2026 kamen 25 weitere dazu. Heute zählt das Konsortium 37, unter anderem aus den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Belgien, Schweden, Irland, Polen und Griechenland.
Was es nicht ist
Das ist keine Münze, die Sie demnächst auf Ihrer Börse kaufen. Qivalis zielt auf den Zahlungsverkehr zwischen Institutionen: Geld, das rund um die Uhr über Grenzen geht, programmierbare Zahlungen und die Abwicklung von Transaktionen in digitalen Vermögenswerten. Der CTO von ING Wholesale Banking beschreibt es damit, Kunden in die Lage zu versetzen, "Werte sofort zu bewegen, Prozesse zu automatisieren und nahtlos grenzüberschreitend zu arbeiten".
Für alle, die Krypto mit Euro kaufen, ändert sich in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nichts. Das ist keine Kritik am Projekt — es ist, was das Projekt ist.
Die Zulassung
Auf der eigenen Website steht es unumwunden: "Qivalis is not yet authorised and does not currently issue electronic money or provide payment services to the public." Nicht zugelassen, gibt kein E-Geld aus, bietet der Öffentlichkeit keine Zahlungsdienste an.
Genau diesen Satz sucht man in einer Pressemitteilung und findet ihn selten. Ein Konsortium aus 37 Banken, das selbst aufschreibt, dass es noch nichts darf, ist ehrlicher als das meiste, was über Stablecoins veröffentlicht wird. Es bedeutet auch: Das Zieldatum — zweite Jahreshälfte 2026, und die läuft gerade — hängt an einer Entscheidung, die bei der DNB liegt und nicht bei den Banken.
Warum jetzt
Das Timing ist kein Zufall. MiCA hat das Feld geräumt: Dollar-Stablecoins ohne europäische Zulassung verschwanden von den europäischen Börsen, und was blieb, ist ein kleiner Markt.
Wie klein: Der gemeinsame Wert aller Euro-Stablecoins wuchs dieses Jahr von 295,6 auf 673,9 Millionen Dollar — von rund 259 auf 590 Millionen Euro. Das sind 128 % Wachstum und zugleich ein Markt, den man mit einer einzigen mittelgroßen Überweisung bewegen kann.
Darin liegt die Logik. Siebenunddreißig Banken steigen nicht in einen Markt von 590 Millionen Euro ein, um 590 Millionen Euro aufzuteilen. Sie steigen ein, weil derjenige, der die erste regulierte Euro-Schiene baut, bestimmt, wie europäisches digitales Geld aussieht — und weil die Alternative ist, dass ein amerikanischer Emittent diese Schiene baut.
Was das für Sie bedeutet
Kurzfristig: nichts Konkretes. Es gibt kein Token zu kaufen und kein Datum für den Kalender.
Längerfristig kann sich eines ändern. Viele Handelspaare lauten auf Dollar oder auf einen Dollar-Stablecoin. Wer mit Euro kauft, überschreitet also irgendwo in der Kette eine Währungsgrenze — und dieser Übergang steht selten gesondert auf der Abrechnung. Ein liquider Euro-Stablecoin nimmt diese Grenze weg. Ob es dazu kommt, hängt nicht an der Ankündigung, sondern daran, ob 37 Banken gemeinsam genug Liquidität organisieren. Das ist eine Organisationsfrage, keine technische.
Was Sie heute schon tun können: nachsehen, was Sie derzeit zahlen. Die Kosten eines Kaufs reichen je nach Plattform von 0,15 % bis über 1 %, und dieser Unterschied ist größer als alles, was ein Stablecoin Ihnen je sparen wird. Wir haben den Tarif jedes Partners an der europäischen Quelle geprüft; der Vergleich steht hier.
Häufige Fragen
Kann ich den Qivalis-Stablecoin schon kaufen?
Nein. Qivalis schreibt selbst, dass es noch nicht zugelassen ist und kein E-Geld ausgibt.
Ist das der digitale Euro?
Nein. Der digitale Euro ist ein Projekt der Europäischen Zentralbank. Qivalis ist ein privates Unternehmen von Geschäftsbanken, das ein Token unter MiCA ausgeben will. Zwei verschiedene Dinge, mit verschiedenen Emittenten und verschiedenen Regeln.
Welche Banken machen mit?
Siebenunddreißig, mit zehn Gründern: Banca Sella, CaixaBank, Danske Bank, DekaBank, ING, KBC, Raiffeisen Bank International, SEB, UniCredit und BNP Paribas. Später kamen unter anderem BBVA, Rabobank, Nordea und die National Bank of Greece dazu.
Wann kommt er?
Die Banken nennen die zweite Jahreshälfte 2026, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsicht. Ein konkreteres Datum gibt es nicht.
Quellen: Qivalis B.V. (qivalis.eu), eigene Website — Handelsregisternummer 98235680, Zulassungsantrag bei der DNB und der Status "not yet authorised", abgerufen am 26. August 2026. CaixaBank-Mitteilung vom 2. Dezember 2025 (zehn Anteilseigner, Sitz Amsterdam, Ziel zweite Jahreshälfte 2026). ING-Mitteilung vom 19. Mai 2026 (Erweiterung auf 37 Banken, Zitat Geert Wijnhoven). Marktgröße Euro-Stablecoins: unsere eigene Berichterstattung vom 31. Juli 2026. Zuletzt geprüft: 26. August 2026.
Dies ist keine Anlageberatung. Krypto ist riskant, und Sie können Ihren Einsatz verlieren.
