Regulierung13. August 2026

EZB will Kryptoaufsicht von nationalen Behörden abziehen

Die EZB unterstützt den Plan, die Aufsicht über Kryptounternehmen von 27 nationalen Behörden zur ESMA zu verlagern. Was das für deinen Exchange bedeutet.

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Die Europäische Zentralbank unterstützt den Vorschlag, die Aufsicht über Kryptounternehmen den 27 nationalen zuständigen Behörden zu entziehen und der ESMA in Paris zu übertragen. Das steht in der EZB-Stellungnahme CON/2026/13. Für alle, die heute ein Konto haben, ändert sich nichts; der Vorschlag ist noch kein Gesetz.

Wie es heute läuft

Ein Kryptounternehmen beantragt in einem EU-Land eine Zulassung und darf damit in der gesamten Union Kunden bedienen. Das nennt sich Pass, und es ist dasselbe Modell, das Banken und Wertpapierfirmen unter MiFID II bereits nutzen.

Die Folge: Das Sitzland bestimmt, wer hinschaut. Ein Unternehmen mit irischer Zulassung steht unter irischer Aufsicht, auch wenn neunzig Prozent seiner Kunden in Deutschland sitzen.

Was sich ändern würde

HeuteIm Vorschlag
27 nationale zuständige Behörden erteilen Zulassungen und beaufsichtigenDie ESMA beaufsichtigt die großen Anbieter
Das Sitzland bestimmt die StrengeEin Standard für die gesamte Union
Pass nach Genehmigung in einem LandDer Pass bleibt, die Prüfung verlagert sich

Die EZB fordert dabei drei Dinge für sich selbst: einen Sitz ohne Stimmrecht im neuen Exekutivdirektorium der ESMA für Themen, die Kryptounternehmen betreffen, direkten Zugang zu Daten über diese Unternehmen und Eigenkapitalanforderungen, die sich mit dem Risiko eines Unternehmens bewegen.

Daneben will die EZB eine Obergrenze für E-Geld-Token, die als Abwicklungsmittel ohne Zentralbankgeld eingesetzt werden. Im Klartext: eine Bremse dafür, wie groß ein Euro-Stablecoin im Zahlungsverkehr werden darf.

Wen das trifft

Irland, Luxemburg und Malta sind unter dem heutigen Modell die beliebtesten Sitzländer geworden. Sie geben Aufsichtsbefugnisse ab, wenn die Zentralisierung kommt, und damit auch die Anziehungskraft, die ihnen ihr Tempo bei der Zulassung eingebracht hat.

Genau das ist der Grund, nicht vorzupreschen. Ein Vorschlag, der drei Mitgliedstaaten etwas nimmt, kommt selten unbeschadet und selten schnell durch den Rat.

Für wen das keine Rolle spielt

Nutzt du einen Exchange mit Zulassung, ändert sich für dich vorerst nichts daran, wie du kaufst, verwahrst oder verkaufst. Die Aufsicht verlagert sich, die Regeln von MiCA selbst nicht. Wer wissen will, welche Anbieter heute im Register stehen, kann das auf unserer Seite zu den MiCA-Zulassungen nachsehen.

Woher das kommt

Die Stellungnahme gehört zum Paket der Kapitalmarktvorschläge, das die Europäische Kommission 2025 veröffentlicht hat (COM/2025/941, 942 und 943). Die ESMA würde darin nicht nur Kryptounternehmen, sondern auch andere Marktinfrastruktur prüfen.

Geprüft am 13. August 2026.

Häufige Fragen

Ändert sich etwas an meinem Konto?

Nein. Der Vorschlag betrifft, wer die Aufsicht führt, nicht das, was von dir verlangt wird. Dein zugelassener Anbieter bleibt zugelassen.

Wann tritt das in Kraft?

Das ist offen. Es ist eine Stellungnahme zu einem Gesetzesvorschlag; er muss noch durch Rat und Parlament, und drei Mitgliedstaaten haben ein Interesse daran, ihn zu verzögern.

Bedeutet das strengere Aufsicht?

Wahrscheinlich gleichmäßigere Aufsicht. Ein Prüfer statt siebenundzwanzig verkleinert die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Ob es strenger ausfällt, hängt davon ab, wie die ESMA es ausgestaltet.

Wo sehe ich, welcher Anbieter eine Zulassung hat?

Im öffentlichen Register der ESMA. Wir führen eine Übersicht auf der MiCA-Seite, und du kannst Anbieter im Vergleich nebeneinanderstellen. Das Marktbild von heute steht unter Marktregime.

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