Russland lässt Privatanleger nur Bitcoin, Ether und USDT
Die russische Zentralbank will Privatanleger auf drei Coins und 300.000 Rubel pro Jahr je Vermittler begrenzen. Eine solche Liste kennt Europa nicht.
Die russische Zentralbank will Privatanlegern nur noch den Kauf von Bitcoin, Ether und USDT erlauben, mit einer Obergrenze von 300.000 Rubel pro Jahr je Vermittler — umgerechnet rund 3.600 Dollar. Das steht in einer Entwurfsrichtlinie, die am 11. August 2026 veröffentlicht wurde.
Was genau darin steht
Für qualifizierte Anleger gilt keine Obergrenze; sie dürfen alle zugelassenen Coins handeln. Die Obergrenze gilt je Vermittler und nicht für alle Käufe zusammen, wer also bei mehreren Anbietern ein Konto hat, kann sie in der Praxis mehr als einmal nutzen.
„Über jeden Vermittler – einen Broker, Krypto-Wechseldienst oder Vermögensverwalter – können sie solche Vermögenswerte für 300 Tausend Rubel pro Jahr erwerben“, so die Zentralbank.
Das Bezahlen mit Krypto innerhalb Russlands bleibt verboten. Die Konsultation läuft bis zum 24. August; die Richtlinie tritt zehn Tage nach der amtlichen Veröffentlichung in Kraft.
Wie ein Coin auf die Liste kommt
Drei Anforderungen, alle drei quantitativ:
- ausreichende Marktkapitalisierung
- ein erhebliches durchschnittliches Tagesvolumen
- mindestens fünf Jahre Preishistorie auf ausländischen Plattformen
XRP steht nicht auf der Liste. Die Zentralbank nennt dafür keinen Grund; feststellen lässt sich, dass die drei Kriterien in der Richtlinie stehen und dass die Begründung keinen einzigen Coin namentlich ablehnt. Deutungen zum Hintergrund stammen von Kommentatoren, nicht von der Aufsicht.
Warum das für europäische Leser interessant ist
Europa macht das grundlegend anders, und der Kontrast zeigt deutlich, was MiCA regelt und was nicht.
Unter MiCA erhält ein Dienstleister eine Zulassung, nicht ein Coin. Es gibt also keine europäische Liste zugelassener Kryptowerte und kein Jahresmaximum für das, was ein Privatanleger kaufen darf. Was MiCA sehr wohl regelt, sind die Anforderungen an den Anbieter: Kapital, Verwahrung von Kundengeldern, Beschwerdeverfahren und Informationspflicht.
Dieser Unterschied hat zwei Seiten, und es ist ehrlicher, beide zu nennen. Eine Positivliste schützt vor Coins, die morgen wertlos sind, sie friert aber auch den Markt zu dem Zeitpunkt ein, an dem die Liste erstellt wurde. Das europäische Modell überlässt die Wahl dem Anleger und legt die Last beim Anbieter — mit der Kehrseite, dass eine Zulassung nichts über das Kursrisiko dessen sagt, was Sie kaufen.
Welche Anbieter in Europa eine Zulassung haben, steht im öffentlichen Register; wir führen eine Übersicht auf der MiCA-Seite und die Zulassungen selbst unter /mica/vergunningen. Plattformen nebeneinanderstellen können Sie im Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Betrifft mich das als europäischen Anleger?
Nein. Die Richtlinie gilt für Anleger in Russland und für Vermittler, die dort tätig sind.
Gibt es eine europäische Liste zugelassener Coins?
Nein. MiCA lässt den Dienstleister zu, nicht den Coin. Für Stablecoins, die an eine Währung gekoppelt sind, gelten allerdings eigene Regeln.
Ist eine Zulassung eine Garantie?
Nein. Eine Zulassung bedeutet Aufsicht, Kapitalanforderungen und Verwahrregeln. Sie sagt nichts über den Kurs und ersetzt keine Verluste.
Geprüft am 14. August 2026. Quellen: Entwurfsrichtlinie der russischen Zentralbank vom 11. August 2026, wie berichtet von CoinDesk (12. August) und Decrypt (11. August).
