Bitcoin-ETFs sammelten in einer Woche 747 Millionen Euro ein
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs nahmen in der Woche bis zum 7. August 853,54 Millionen Dollar ein, rund 747 Millionen Euro — fast das Fünffache des gesamten Juli. Dass der Coldcard-Diebstahl dahintersteckt, ist nicht belegt.
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten in der Woche bis zum 7. August 853,54 Millionen Dollar ein, rund 747 Millionen Euro. Das ist die stärkste Woche seit dem 17. April, als 996,38 Millionen Dollar hereinkamen, rund 872 Millionen Euro, und beinahe das Fünffache des gesamten Juli: 172,43 Millionen Dollar, rund 151 Millionen Euro.
Fast alles davon stammt aus einem einzigen Fonds. IBIT von BlackRock stand für 693,7 Millionen Dollar der Woche, rund 607 Millionen Euro. Der FBTC von Fidelity kam am 7. August auf 40,95 Millionen Dollar, rund 36 Millionen Euro. VanEck HODL und Invesco BTCO verloren an diesem Tag dagegen Geld: 10,55 und 19,37 Millionen Dollar, rund 9 und 17 Millionen Euro.
Der Zusammenhang mit Coldcard ist nicht belegt
Die Woche fiel mit den Nachwehen des Coldcard-Diebstahls zusammen, über den wir am 1., 5. und 6. August berichtet haben. Ab dem 30. Juli konnten Angreifer Seeds erraten, die durch einen Firmware-Fehler vorhersagbar geworden waren. TRM Labs zählte mehr als 116 Millionen Dollar aus über 5.200 Adressen, rund 102 Millionen Euro. Galaxy Research kommt auf mehr als 100 Millionen Dollar aus etwa 7.300 Adressen, rund 88 Millionen Euro, und vermutet den tatsächlichen Betrag näher bei 130 Millionen Dollar, rund 114 Millionen Euro, aus mehr als 7.700 Adressen. Den Stand der Dinge findest du in unserem Bericht vom 6. August.
Die Schlussfolgerung, die dann meist folgt: Geschädigte und andere Selbstverwahrer schichten ihre bitcoin in einen ETF um. Plausibel klingt es, belegt ist es nicht. Es gibt keinen öffentlichen Datensatz, der ETF-Zuflüsse mit aufgegebenen Self-Custody-Adressen verknüpft, und in dieser Woche spielte mehr hinein: 754,69 Millionen Dollar der 853,54 waren schon vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitagmorgen drin, rund 660 Millionen Euro und damit 88 Prozent der Wochensumme.
Was dir das bringt
Ein ETF nimmt dir das Verwahrrisiko ab und legt es beim Verwahrer des Fonds. Das ist ein Tausch, keine Lösung: Du tauschst einen Firmware-Fehler im eigenen Gerät gegen Gegenparteirisiko, eine jährliche Verwaltungsgebühr und die Handelszeiten einer Börse. Wer selbst verwahrt und über Coldcard erschrocken ist, hat mehr davon, die Entstehung der eigenen Seed zu prüfen, als umzusteigen.
Für europäische Anleger kommt hinzu, dass diese amerikanischen Fonds hier nicht ohne Weiteres erhältlich sind. Handelbar sind hier Krypto-ETPs, und die verzeichneten im selben Zeitraum gerade Abflüsse.
Quellen: 24/7 Wall St. (8. August 2026), TRM Labs, Galaxy Research. Zuletzt geprüft: 10. August 2026.
