Aktien-ETFs sammelten 6,62 Milliarden ein, Krypto-ETPs verloren Geld
In der Woche vom 27. bis 31. Juli flossen unter dem Strich 3,8 Millionen Euro aus europäischen Krypto-ETPs ab, während Aktienfonds Milliarden einsammelten. Bitcoin hielt sich, Solana und Hyperliquid nicht.
Die Wochenzahlen des europäischen ETF-Markts sind selten spannend, doch diesmal zeigen sie etwas, das die Kurskurve verschweigt: wohin das Geld europäischer Anleger floss und wo es abgezogen wurde.
Die Woche im Überblick
Vom 27. bis 31. Juli 2026 flossen in Europa 6,62 Milliarden Euro in Aktien-ETFs und 1,85 Milliarden Euro in Rentenfonds. Rohstoff-ETPs sammelten 474,6 Millionen Euro ein, Multi-Asset-Produkte 22,7 Millionen Euro.
Krypto-ETPs waren die einzige Kategorie im Minus: netto 3,8 Millionen Euro Abfluss.
Innerhalb von Krypto lief es unterschiedlich
Dieser Saldo verbirgt, wie verschieden es je Token aussah. Ondo zog 5,6 Millionen Euro an und war damit der größte Zufluss. Bitcoin-Produkte kamen auf 2,4 Millionen Euro plus.
Dem standen die Abflüsse gegenüber: Solana verlor 3,9 Millionen Euro, Hyperliquid 3,7 Millionen Euro und XRP 1,2 Millionen Euro. Bitcoin hielt sich also, während der Rest des Korbs Geld verlor — typisch für einen Markt, in dem Anleger im Zweifel auf den bekanntesten Wert zurückfallen.
Was die Beträge bedeuten und was nicht
Stell die Größenordnungen nebeneinander. Der größte Krypto-Zufluss jener Woche, 5,6 Millionen Euro, ist weniger als ein Prozent dessen, was der fünftplatzierte ETF-Anbieter einsammelte. Invesco kam auf 648,9 Millionen Euro — und das war Platz fünf. iShares führte mit 2,75 Milliarden Euro, gefolgt von Amundi mit 1,79 Milliarden und Xtrackers mit 1,61 Milliarden.
Krypto-ETPs bleiben in Europa also eine kleine Ecke des Markts. Eine Woche mit ein paar Millionen Abfluss ist kein Exodus, aber eben auch kein Beleg für Zuflüsse, die von selbst zurückkommen.
Eine Woche ist kein Trend
Wichtige Einschränkung: Das sind Zahlen für fünf Handelstage. Wochenflüsse schwanken, gerade in einer Kategorie, in der eine einzige institutionelle Order den Saldo drehen kann. Wer etwas über die Richtung sagen will, braucht mehrere Wochen hintereinander, nicht diese eine.
Was du davon hast
Flusszahlen sind ein anderes Signal als Kurse. Ein Kurs sagt, was der letzte Käufer zahlte; eine Flusszahl sagt, wie viel Geld netto hinzukam oder abfloss. Wenn du wissen willst, ob institutionelles Europa aufstockt oder abbaut, ist diese Wochenübersicht nützlicher als ein Tageskurs.
Und wer zwischen einem ETP und der eigenen Verwahrung schwankt: Ein ETP ist eine Verwahrkette mit Gegenparteien, eigene Verwahrung ist ein Schlüssel, den du selbst verwaltest. Über die Frage, was zu dir passt, sagen die Wochenflüsse nichts.
Quellen: ETF Express, European ETF Market Wrap Woche 31 vom 3. August 2026, auf Basis von Trackinsight-Zahlen für den 27. bis 31. Juli 2026. Zuletzt geprüft: 5. August 2026.
