Regulierung8. August 2026

USA sanktionieren iranische Exchanges — Verbindung nach Polen

Die US-Sanktionsbehörde OFAC setzte am 7. August 2026 die Exchanges Shelbit und Aban Tether auf die Sanktionsliste, dazu ein Netz von Firmen in Georgien, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für europäische Nutzer zählt vor allem, was das mit Auszahlungen und Sperrungen macht.

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Das Office of Foreign Assets Control, die Sanktionsbehörde des US-Finanzministeriums, hat am 7. August 2026 zwei Krypto-Exchanges auf die Sanktionsliste gesetzt: Shelbit und das iranische Aban Tether. Dazu kamen Siavash Kayvanpour und eine Reihe von Firmen, die ihm in Georgien, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten zugerechnet werden.

Laut OFAC schickten Wallets, die den iranischen Revolutionsgarden zugeordnet werden, mehr als 1 Million Dollar (rund 875.000 Euro) an Shelbit; in die Gegenrichtung flossen mehr als 2 Millionen Dollar (rund 1,75 Millionen Euro) von Shelbit zurück an dieselben Wallets. Wallets unter Kayvanpours Kontrolle überwiesen über 2 Millionen Dollar an Nobitex, den größten Exchange des Iran. Aban Tether wickelte nach Angaben der Behörde Transaktionen in Millionenhöhe mit bereits sanktionierten iranischen Plattformen ab, darunter Nobitex, Wallex, Bitpin und Ramzinex.

Das ist die vierte Runde in diesem Jahr

Der Schritt steht nicht für sich. Im Januar traf es Zedcex und Zedxion, im Juni Nobitex und weitere, im Juli die Krypto-Wallets der iranischen Zentralbank. Tether fror im Juli rund 131 Millionen Dollar (etwa 114,6 Millionen Euro) in diesen sanktionierten Wallets ein. Das Muster ist eindeutig: erst die Exchanges, dann die Mittelsmänner, dann die Stablecoin-Emittenten, die die Guthaben technisch stilllegen können.

Warum eine polnische Niederlassung zählt

Dass Firmen in Polen dabei sind, macht die Sache zu mehr als einer amerikanischen Nachricht. Eine OFAC-Listung bindet formal US-Akteure, wirkt in der Praxis aber sehr viel weiter: Jeder Exchange, der Dollartransaktionen abwickelt oder US-Gegenparteien hat, gleicht mit diesen Listen ab. Ein europäischer Anbieter, der das nicht tut, schneidet sich von seinen eigenen Bankverbindungen ab.

Die Europäische Union verfolgt daneben eine eigene Spur. In ihrem Sanktionspaket vom Juli landeten vierzehn Krypto-Plattformen außerhalb Russlands auf der europäischen Liste. Die beiden Systeme decken sich nicht vollständig, und diesen Unterschied merkst du erst, wenn eine Auszahlung hängen bleibt.

Was du davon hast

Dass du selbst mit Aban Tether Geschäfte machst, ist unwahrscheinlich. Dass du Krypto erhältst, die irgendwann durch so ein Netzwerk gelaufen ist, ist deutlich wahrscheinlicher — und genau da kann es dich treffen. Das Sanktionsscreening schaut auf die Historie einer Adresse, nicht nur auf die letzte Transaktion.

Wenn du größere Beträge von unbekannten Gegenparteien bekommst, halte fest, woher sie stammen. Bleibt eine Auszahlung hängen, ist das die erste Frage jeder Compliance-Abteilung. Kannst du sie mit einer Transaktionsübersicht beantworten, ist die Sache meist in Tagen erledigt; kannst du das nicht, können Wochen daraus werden.

Nutze für größere Beträge Plattformen mit einer europäischen Zulassung. Nicht weil sie weniger screenen — sie screenen mehr —, sondern weil du im Streitfall eine zuständige Behörde hast, an die du dich wenden kannst. Und heb deine Transaktionshistorie auf. Das ist derselbe Rat wie für die Steuererklärung, und er erfüllt hier einen zweiten Zweck.

Quellen: OFAC (Listung vom 7. August 2026), US-Finanzministerium, CoinDesk (7. August 2026). Zuletzt geprüft: 8. August 2026.

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