Altcoins7. Juli 2026

Ethereum schließt drittes rotes Quartal in Folge ab: Ist die Talsohle erreicht?

Erstmals in seiner Geschichte verzeichnete Ethereum drei aufeinanderfolgende Verlustquartale, von Q4 2025 bis Q2 2026. Die aktiven Adressen sanken deutlich, doch das lang erwartete Glamsterdam-Upgrade und historische Muster deuten auf einen möglichen Wendepunkt später in diesem Jahr hin.

Artikelbild für: Ethereum schließt drittes rotes Quartal in Folge ab: Ist die Talsohle erreicht?

Ethereum beendete den Juni mit drei aufeinanderfolgenden roten Quartalen — zum ersten Mal in seiner Geschichte. Der Kurs fiel von rund 4.953 $ (≈4.338 €) Ende 2025 auf 1.751 $ (≈1.533 €). Die Zahl der aktiven Adressen im Netzwerk sank laut On-Chain-Analysefirma Glassnode um 46 %, von 795.000 auf etwa 420.000. Dennoch sehen manche Analysten in der anhaltenden Schwäche die Umrisse eines Tiefpunkts — nicht zuletzt dank des lang erwarteten Glamsterdam-Upgrades, das für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird.

Kurz zusammengefasst 📉 Q4 2025: -28 % · Q1 2026: -29 % · Q2 2026: -25 % — die ersten drei roten Quartale in Folge in der Geschichte von ETH 💰 Kurs fiel von rund 4.953 $ (≈4.338 €) auf 1.751 $ (≈1.533 €), aktuell rund 1.780 $ (≈1.559 €) 👥 Aktive Adressen um 46 % gesunken (von 795.000 auf ≈420.000), laut Glassnode 🔧 Das Glamsterdam-Upgrade — bis zu 78 % niedrigere Gasgebühren und 10-fache Geschwindigkeit — wurde auf H2 2026 verschoben 🎯 Kursziele gehen stark auseinander: Standard Chartered erwartet 4.000 $ (≈3.503 €) bis Ende 2026, Citi nur 2.240 $ (≈1.962 €) 📅 Wiederholt sich das historische Quartalsmuster, könnte die Verlustserie im Oktober oder November enden

Drei Quartale, ein Trend

Erstmals seit seinem Start schloss Ethereum drei Quartale in Folge im Minus ab: -28 % im vierten Quartal 2025, -29 % im ersten Quartal 2026 und -25 % im zweiten Quartal 2026. Spot-ETH-ETFs verzeichneten den ganzen Juni über anhaltende Nettoabflüsse, während der Fear-&-Greed-Index in diesem Jahr wiederholt in den Bereich „extreme Angst" fiel. Besonders auffällig: Die Zahl der aktiven Adressen fiel von 795.000 auf rund 420.000 — ein Rückgang von 46 % laut On-Chain-Daten von Glassnode, was auf eine nachlassende organische Netzwerkaktivität unabhängig vom Kurs hindeutet.

Warum manche Analysten optimistisch bleiben

Den schwachen Zahlen stehen Entwicklungen gegenüber, die Optimisten als Erholungsgründe anführen. Glamsterdam — das nächste große Protokoll-Upgrade nach Pectra und Fusaka — soll die Transaktionskosten um bis zu 78 % senken und die Netzwerkgeschwindigkeit verzehnfachen. Die Verschiebung auf die zweite Jahreshälfte 2026 sorgt für Unsicherheit beim Timing, bleibt aber der wichtigste technische Katalysator des Netzwerks. Zudem beobachten einige On-Chain-Analysten, dass große Wallets während des Kursrückgangs ETH aufgestockt haben — ein mögliches Zeichen für institutionelles Vertrauen auf lange Sicht.

Geteilte Kursziele

Über den weiteren Verlauf sind sich Analysten alles andere als einig. Standard Chartered peilt bis Ende 2026 ein Kursziel von 4.000 $ (≈3.503 €) an, während Citi mit 2.240 $ (≈1.962 €) deutlich vorsichtiger ist. Der Durchschnitt der von Changelly zusammengestellten Marktprognosen liegt bei rund 1.993 $ (≈1.745 €) für 2026 — nahe am aktuellen Kurs. Diese Streuung zeigt, wie unsicher die kurzfristigen Aussichten für Ethereum derzeit sind.

QuartalKursveränderung
Q4 2025-28 %
Q1 2026-29 %
Q2 2026-25 %

Was das bedeuten könnte

Historisch gesehen haben sich längere Verlustserien bei Ethereum meist innerhalb von zwei bis drei Quartalen aufgelöst. Wiederholt sich dieses Muster, könnte die aktuelle Verlustserie im Oktober oder November enden — eine Garantie ist das jedoch nicht, da jeder Zyklus seine eigene Dynamik aus Regulierung, makroökonomischen Bedingungen und technologischem Fortschritt hat. Anleger, die die Entwicklung verfolgen, sollten sowohl den Fortschritt von Glamsterdam als auch die ETF-Flüsse im Blick behalten, da beide Signale eine Wende anzeigen könnten, bevor sich dies im Kurs zeigt.

Die anhaltende Schwäche von Ethereum steht nicht für sich allein: Bereits Anfang des Monats verglichen wir den Kauf von Bitcoin oder Ethereum in 2026, und die Ethereum-ETF-Abflüsse im Juni zeigen ein ähnliches Bild zurückhaltender institutioneller Nachfrage. Das Glamsterdam-Upgrade bleibt die wichtigste technische Entwicklung, die es zu beobachten gilt.

Drei rote Quartale markieren einen historischen Tiefpunkt für Ethereum, aber keinen automatischen Wendepunkt. Die Kombination aus sinkender Netzwerkaktivität und einem verzögerten Upgrade erfordert Geduld, während die auseinandergehenden Kursziele zeigen, dass selbst professionelle Analysten bei der kurzfristigen Richtung gespalten sind.

#ethereum#marktanalyse#glamsterdam#eth