Altcoins25. Juli 2026

Morgan Stanley bringt zwei Staking-ETFs an die Börse — und unterbietet die ganze Kategorie

MSOL und MSSE, die Solana- und Ethereum-Staking-ETFs von Morgan Stanley, sind an der NYSE Arca notiert. Mit 0,14 % Gebühr und 95 % der Staking-Erträge für den Anleger setzt die Bank die schärfsten Konditionen der Kategorie.

Artikelbild für: Morgan Stanley bringt zwei Staking-ETFs an die Börse — und unterbietet die ganze Kategorie

Morgan Stanley hat zwei Staking-ETFs an den Markt gebracht: MSOL für Solana und MSSE für Ethereum, beide notiert an der NYSE Arca. Die Registrierung wurde nach Section 12(b) des US-amerikanischen Exchange Act wirksam; gemeldet wurden die Fonds am 24. Juli 2026. Damit setzt eine der größten US-Investmentbanken ihren Namen unter Produkte, die nicht nur den Kurs abbilden, sondern auch die Netzwerkbelohnung ausschütten.

Zwei Fonds, zwei Netzwerke

MSSE hält Ether und gibt davon 50 bis 80 Prozent ins Staking. Die Spanne ist bewusst weit: Ethereum kennt eine Austrittswarteschlange, und ein Fonds, der Anteile täglich zurücknehmen können muss, will nicht vollständig gebunden sein. MSOL hält Solana und darf bis zu 100 Prozent staken — Solanas Abkühlphasen sind kürzer, was eine höhere Staking-Quote handhabbar macht.

Der Papierkram zog sich. Die erste Registrierung stammt vom Januar 2026, im Juni folgte eine geänderte Fassung, im Juli ging die letzte Einreichung durch.

Die niedrigste Gebühr der Kategorie

Morgan Stanley berechnet einen einzigen Alles-inklusive-Satz von 0,14 Prozent pro Jahr. Nach Angaben der Bank ist das der niedrigste der Kategorie — und ein deutlicher Preisvorstoß gegen die bestehenden Spot-ETFs der Konkurrenz, die üblicherweise zwischen 0,15 und 0,25 Prozent liegen.

Bei einer Position von 10.000 € entspricht das 14 € Kosten pro Jahr. Der Abstand zu einem Fonds mit 0,25 Prozent beträgt 11 € im Jahr — absolut betrachtet gering, über lange Zeiträume und bei großen Beträgen jedoch spürbar.

Was mit dem Staking-Ertrag passiert

An dieser Stelle unterscheiden sich Staking-ETFs voneinander. Morgan Stanley reicht 95 Prozent der Staking-Belohnungen an die Anteilseigner weiter; die verbleibenden 5 Prozent gehen an die Dienstleister, die das Staking ausführen.

Dieser Ertrag kommt zur Kursentwicklung hinzu und liegt oberhalb der Verwaltungsgebühr. Bei den aktuellen Netzwerkrenditen — grob 3 Prozent auf Ethereum und 6 bis 7 Prozent auf Solana — ist die Weitergabe von 95 Prozent deutlich mehr wert als die 0,11 Prozentpunkte, die die Bank bei der Gebühr einspart.

Wer die Coins verwahrt und wer das Staking ausführt

Die Vermögenswerte liegen bei BNY Mellon und bei Coinbase Custody/Prime. Das Staking selbst übernehmen Figment, Galaxy und Coinbase Canada. Diese Trennung von Verwahrung und Validierung ist inzwischen der Standardaufbau US-amerikanischer Staking-Produkte: Die Verwahrstelle berührt die Schlüssel, der Staking-Anbieter liefert die Validator-Kapazität.

Der Markt drumherum

Das Timing fällt auf. Ether notierte diese Woche um 1.860 $ (±1.628 €) und Solana um 76 $ (±67 €) — beides weit entfernt von einem Hoch. Die Solana-ETFs sammelten im Juli zusammen rund 12 Millionen $ (±10,5 Millionen €) ein, bescheidene Zahlen. Und am Donnerstag verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 225,1 Millionen $ (±197 Millionen €).

Gleichzeitig liegen inzwischen rund 17 Milliarden $ (±14,9 Milliarden €) an Stablecoins auf Solana — ein Hinweis darauf, dass die Aktivität im Netzwerk unabhängig vom Kurs weiterläuft.

Was das für Sie bedeutet

Europäische Anleger können diese beiden Fonds nicht direkt kaufen: Es sind US-ETFs, und nach den PRIIPs-Regeln dürfen Broker sie ohne europäisches Basisinformationsblatt nicht anbieten. Entscheidend ist das Signal. Eine Bank dieser Größe, die Staking-Erträge standardmäßig weiterreicht und den Preis auf 0,14 Prozent drückt, setzt eine Marke, auf die europäische ETP-Anbieter früher oder später reagieren müssen.

Wer in Europa dieselbe Exposition sucht, landet bei ETPs an Xetra oder SIX oder beim eigenen Staking über eine Exchange oder das eigene Wallet. Im letzten Fall behalten Sie die volle Belohnung, tragen aber auch Slashing- und Verwahrrisiko selbst.

Quellen: CoinDesk, The Block, Cryptobriefing, Coinpaper. Zuletzt geprüft: 25. Juli 2026.

#ethereum#solana#etf#staking#morgan-stanley