Strategy verkauft erstmals seit 2022 in großem Stil Bitcoin — um die Dividende zu bezahlen
Das Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy) verkaufte diese Woche 3.588 BTC, um Dividendenverpflichtungen zu erfüllen — der größte Verkauf seit der Steuertransaktion von 2022. Was bedeutet das für die 'Hodl-Strategie', die das Unternehmen jahrelang verkörperte?
Strategy, das US-Unternehmen mit der weltweit größten Bitcoin-Schatzkammer eines börsennotierten Unternehmens, verkaufte diese Woche 3.588 BTC — umgerechnet rund 216 Millionen US-Dollar (≈189 Millionen Euro) —, um Dividendenverpflichtungen auf seine Vorzugsaktien zu erfüllen. Es ist der größte Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit der steuerlich motivierten Transaktion von 2022 und markiert einen klaren Bruch mit dem „niemals verkaufen"-Ruf, den das Unternehmen unter Gründer Michael Saylor jahrelang pflegte.
Kurz zusammengefasst 💰 Strategy verkaufte 3.588 BTC (≈216 Mio. $ / ≈189 Mio. €), um Dividendenzahlungen zu finanzieren 📈 Die Dividendenrate der Series A Perpetual Stretch Preferred Stock stieg zum 1. Juli 2026 auf 12 % 🏦 Zudem erhöhte das Unternehmen seine Dollarreserve auf 2,55 Mrd. $ (≈2,23 Mrd. €) 📊 Trotz des Verkaufs hält Strategy weiterhin 843.775 BTC — bei einem Kurs von 64.000 $ über 54 Mrd. $ (≈47,3 Mrd. €) wert 🔄 Teil eines breiteren Bitcoin-Monetarisierungsprogramms über 1,25 Mrd. $ (≈1,09 Mrd. €) und Rückkaufermächtigungen über 2 Mrd. $ (≈1,75 Mrd. €) 🧭 Grayscale: Der Verkauf könnte den Markt eher stabilisieren als destabilisieren
Von „niemals verkaufen" zu aktivem Management
Seit 2020 baute Strategy (damals MicroStrategy) die größte Bitcoin-Position aller börsennotierten Unternehmen auf, nach der ungeschriebenen Regel, niemals zu verkaufen. Dieser Ansatz steht nun unter Druck: Das Unternehmen räumte ein, unter bestimmten Bedingungen Bitcoin zu verkaufen, um finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Konkret ging es diese Woche um 3.588 BTC, verkauft zur Finanzierung der Dividende auf die Series A Perpetual Stretch Preferred Stock — eine Vorzugsaktie, deren Dividendenrate zum 1. Juli 2026 auf 12 % jährlich angehoben wurde.
Warum Strategy jetzt verkauft
Der Verkauf ist Teil eines umfassenderen Kapitalmanagementprogramms: ein Bitcoin-Monetarisierungsprogramm über 1,25 Mrd. $ (≈1,09 Mrd. €) kombiniert mit Rückkaufermächtigungen über 2 Mrd. $ (≈1,75 Mrd. €) für Vorzugs- und Stammaktien. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine Dollarreserve zum 28. Juni 2026 auf 2,55 Mrd. $ (≈2,23 Mrd. €) — ein Polster, das mehr Flexibilität bietet, als sich für künftige Verpflichtungen allein auf Bitcoin-Verkäufe zu verlassen.
Die Position bleibt überwältigend groß
Trotz des Verkaufs besitzt Strategy weiterhin 843.775 BTC (Stand 6. Juli 2026) — beim aktuellen Kurs von rund 64.000 $ (≈56.064 €) eine Position von über 54 Mrd. $ (≈47,3 Mrd. €). Die verkaufte Menge macht damit weniger als ein halbes Prozent der gesamten Schatzkammer aus. Analysten von Grayscale merkten an, dass ein derart begrenzter, angekündigter Verkauf den Markt eher stabilisieren als destabilisieren könnte, da er Panikverkäufe vermeidet und zeigt, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen kontrolliert nachkommt.
Was das für Anleger bedeutet
Für alle, die Strategy-Aktien als indirektes Bitcoin-Investment halten, ist dies ein Anlass, die Kapitalstruktur des Unternehmens besser zu verstehen. Die hochverzinsten Vorzugsaktien schaffen Verpflichtungen unabhängig vom Bitcoin-Kurs, und bei anhaltendem Kursdruck könnte das Unternehmen häufiger auf Verkäufe zurückgreifen, um diese zu erfüllen. Das bedeutet nicht, dass die Kernstrategie aufgegeben wurde, aber „niemals verkaufen" ist ein weniger absolutes Versprechen geworden als zuvor.
Diese Entwicklung folgt kurz nach unserer Analyse zu Bitcoin, das sich nach dem Fed-Signal erholt, und knüpft an das breitere Bild an, das wir in Bitcoin am Tiefpunkt 2026 skizziert haben.
Strategy bleibt mit Abstand der weltweit größte Bitcoin-Halter, doch der Verkauf dieser Woche zeigt, dass selbst der unerschütterlichste „Hodler" finanzielle Verpflichtungen manchmal über Prinzipien stellt. Für Anleger ist es vor allem eine Erinnerung, dass die Kapitalstruktur hinter einem Bitcoin-Proxy ebenso wichtig ist wie der zugrunde liegende Kurs.
