USA stellen 'Regulation Crypto' vor: Was die neue SEC-Agenda bedeutet, während Europa schon MiCA hat
SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat eine neue Regulierungsagenda mit Ausnahmen für Krypto-Startups vorgestellt. Wir erklären, was sich in den USA ändert und wie sich das zu den europäischen MiCA-Regeln verhält.
Die US-Börsenaufsicht SEC bereitet einen neuen Regulierungsrahmen für Kryptounternehmen vor, mit dem Arbeitstitel „Regulation Crypto". SEC-Vorsitzender Paul Atkins stellte die Agenda Anfang Juli 2026 vor. Ziel ist es, Krypto-Startups vorübergehende Ausnahmen von der vollständigen Registrierungspflicht nach US-Wertpapierrecht zu gewähren. Der Vorschlag wird diesen Monat erwartet und durchläuft anschließend eine formelle öffentliche Konsultation.
Auf einen Blick · 🏛️ SEC-Vorsitzender Paul Atkins stellte die „Regulation Crypto"-Agenda für 2026 vor · 🚀 Startup-Ausnahme: bis zu 5 Millionen $ (≈4,4 Millionen €) pro Jahr, maximal vier Jahre, ohne vollständige Registrierung · 💰 Fundraising-Ausnahme: bis zu 75 Millionen $ (≈65,7 Millionen €) pro 12 Monate · 🛡️ Ein „Safe Harbor"-Regime für Entwickler auf dem Weg zur Dezentralisierung · 🇪🇺 Europa ist hier bereits vorangegangen: Seit dem 1. Juli 2026 ist die MiCA-Übergangsfrist vorbei, mit 244 lizenzierten Unternehmen · ⚖️ Der CLARITY Act liegt im Senat auf Eis, weshalb die SEC nun über eigene Regelsetzung vorangeht
Was die USA vorschlagen
Regulation Crypto soll US-Kryptounternehmen drei Wege bieten, um nicht sofort unter die volle, strenge Registrierungspflicht des Securities Act von 1933 zu fallen.
Eine Startup-Ausnahme gibt jungen Kryptoprojekten bis zu vier Jahre Zeit, um bis zu 5 Millionen $ (≈4,4 Millionen €) pro Jahr ohne vollständige Registrierung einzusammeln, solange das Netzwerk noch nicht zu einem ausreichend dezentralen System „gereift" ist. Eine Fundraising-Ausnahme würde es ermöglichen, über Investmentverträge mit Kryptoanlagen bis zu 75 Millionen $ (≈65,7 Millionen €) pro Zwölfmonatszeitraum einzusammeln. Ein Safe-Harbor-Regime soll Entwickler vorübergehend vor Registrierungspflichten schützen, während sie auf Dezentralisierung hinarbeiten.
Für die Branche markiert das einen Kurswechsel gegenüber dem durchsetzungslastigen Ansatz der vergangenen Jahre: hin zu vordefinierten Ausnahmen, Übergangsfristen und Transparenzpflichten statt nachträglichem Eingreifen.
Vergleich mit MiCA
Europa hat diesen Weg bereits weitgehend hinter sich. Seit die MiCA-Übergangsfrist am 1. Juli 2026 endete, haben 244 Unternehmen eine europäische Krypto-Lizenz erhalten, die in allen EU-Mitgliedstaaten gilt. Während die USA nun mit temporären Ausnahmen experimentieren, hat sich die EU für ein einheitliches Lizenzregime mit fortlaufenden Anforderungen an Kapital, Verwahrung von Kundenvermögen und Governance entschieden.
Der Unterschied im Ansatz ist für europäische Anleger und Unternehmen relevant: MiCA bietet bereits jetzt Rechtssicherheit durch eine Lizenz, während der US-Vorschlag noch im Entwurfsstadium ist und erst nach einer öffentlichen Konsultationsphase endgültig wird. Zugleich liegt der umfassendere CLARITY Act, der die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC regeln soll, im Senat auf Eis — ein zusätzlicher Grund für die SEC, über eigene Regelsetzung voranzukommen.
USA vs. EU: Regulierung im Vergleich
Was das für europäische Anleger und Unternehmen bedeutet
Für Nutzer in den Niederlanden, Belgien und Frankreich ändert dieser US-Vorschlag direkt nichts — die MiCA-Lizenz bleibt der maßgebliche Standard innerhalb der EU. Ein lockerer US-Rahmen könnte langfristig aber mehr amerikanische Kryptounternehmen und -produkte nach Europa bringen und den Wettbewerb zwischen Regulierungssystemen verschärfen. Das könnte letztlich Verbrauchern zugutekommen, sofern Aufsichtsbehörden beim Verbraucherschutz wachsam bleiben.
Fazit
Regulation Crypto markiert einen klaren Kurswechsel bei der SEC: weg von nachträglicher Durchsetzung, hin zu vordefinierten Ausnahmen. Europa ist mit der abgeschlossenen MiCA-Übergangsfrist bei der Rechtssicherheit bereits voraus, während in den USA die Debatte — einschließlich des weiterhin blockierten CLARITY Act — noch in vollem Gange ist.
