MiCA-Übergangsfrist beendet: 244 Unternehmen halten jetzt eine europäische Krypto-Lizenz — was das für Sie bedeutet
Seit dem 1. Juli 2026 ist die MiCA-Übergangsfrist offiziell beendet. Von den mehr als 3.000 Unternehmen, die zuvor unter nationalen Vorschriften tätig waren, haben nur 244 eine vollständige europäische CASP-Lizenz erhalten. Was das für Anleger in den Niederlanden, Belgien und Frankreich bedeutet.
Der Einschnitt ist endgültig. Seit dem 1. Juli 2026 ist die Übergangsfrist unter dem europäischen Kryptoregelwerk MiCA beendet. Das bedeutet: Jedes Unternehmen, das in der Europäischen Union Krypto-Dienstleistungen anbietet, muss über eine gültige CASP-Lizenz (Crypto-Asset Service Provider) verfügen. Wer keine besitzt, verstößt ab sofort formal gegen EU-Recht.
Kurz gesagt
🏛️ Die MiCA-Übergangsfrist endete am 1. Juli 2026 · 📊 244 Unternehmen erhielten letztlich eine vollständige Lizenz, von ursprünglich über 3.000, die zuvor unter nationalen Regeln tätig waren · 🇩🇪 Deutschland führt mit 57 Lizenzen (≈23 %), gefolgt von Frankreich mit 26 (≈11 %) · ⚠️ Griechenland, Ungarn, Polen, Portugal und Rumänien hatten Ende Juni noch keine einzige MiCA-Lizenz vergeben · 🔍 Brüssel arbeitet bereits an einer Überarbeitung ("MiCA 2.0"), die sich vor allem auf Stablecoins konzentriert.
Was genau erlaubte die Übergangsfrist?
Unternehmen, die am 30. Dezember 2024 bereits unter den nationalen Regeln eines EU-Mitgliedstaats tätig waren, durften diese Tätigkeiten bis zum 1. Juli 2026 fortsetzen — oder bis eine Lizenz erteilt oder verweigert wurde. Diese Frist gab dem Markt Zeit, sich an ein einheitliches EU-weites Regelwerk anzupassen, statt an 27 unterschiedliche nationale Systeme.
Diese Zeit ist nun abgelaufen. Ab dem 1. Juli gilt: Ohne gültige CASP-Lizenz darf ein Unternehmen keine Krypto-Dienstleistungen mehr innerhalb der EU und des erweiterten Europäischen Wirtschaftsraums anbieten.
Von 3.000 auf 244
Die Zahlen sprechen für sich, wenn es um die Höhe der MiCA-Hürde geht. Von den mehr als 3.000 Unternehmen, die unter den alten, fragmentierten nationalen VASP-Registrierungen tätig waren, schafften es letztlich nur rund 244 mit einer vollständigen Lizenz über die Ziellinie. Viele kleinere und mittlere Anbieter gaben unterwegs auf, fusionierten oder verlagerten ihren Fokus auf Märkte außerhalb Europas.
Griechenland, Ungarn, Polen, Portugal und Rumänien hatten zum 29. Juni noch keine einzige Lizenz vergeben — ein Zeichen dafür, dass die nationalen Aufsichtsbehörden in einigen Mitgliedstaaten noch mit der Prüfung von Anträgen beschäftigt sind oder lokale Anbieter noch nicht alle Anforderungen erfüllt haben.
Was bedeutet das für einen so großen Namen wie Binance?
Ein auffälliges Detail: Binance zog am 24. Juni 2026 seinen MiCA-Antrag bei der griechischen Aufsichtsbehörde HCMC zurück. Ohne eine gültige Lizenz irgendwo in der EU kann die Plattform seit dem 1. Juli nicht mehr als vollständig regulierter CASP innerhalb der Union agieren. Solche Verschiebungen unterstreichen, wie wichtig es ist, vor der eigenen Wahl zu prüfen, ob eine Exchange tatsächlich über eine gültige, aktuelle Lizenz verfügt — und nicht nur über eine alte nationale Registrierung.
Warum das auch für Anleger in den Benelux-Ländern und Frankreich relevant ist
Für Nutzer in den Niederlanden, Belgien und Frankreich ändert sich in der Praxis nicht von heute auf morgen viel. Die Richtung ist jedoch klar:
- Mehr Sicherheit. Eine CASP-Lizenz bringt unter anderem strengere Anforderungen an die Verwahrung von Kundengeldern, Transparenz und Beschwerdemanagement mit sich.
- Weniger Auswahl bei manchen Anbietern. Plattformen ohne gültige Lizenz dürfen in der EU nicht mehr legal aktiv sein, was Nutzer zum Wechsel zwingen kann.
- Prüfen Sie den Lizenzstatus selbst. Der Lizenzstatus einer Exchange lässt sich über die Register der nationalen Aufsichtsbehörden prüfen (in den Niederlanden AFM/DNB, in Belgien FSMA, in Frankreich AMF).
Und jetzt? Auf dem Weg zu "MiCA 2.0"
Während die erste Phase von MiCA gerade erst abgeschlossen wurde, arbeitet Brüssel bereits an einer Überarbeitung des Regelwerks, mit besonderem Augenmerk auf die Regeln für Stablecoins. MiCA war ursprünglich vor allem für "gewöhnliche" Krypto-Vermögenswerte konzipiert; das kommende Update soll besser widerspiegeln, wie sich der Markt seitdem entwickelt hat.
Fazit
Die MiCA-Übergangsfrist ist vorbei, und der europäische Kryptomarkt hat sich dadurch deutlich konsolidiert: von Tausenden einzelnen Anbietern zu einer kleineren Gruppe mit vollständiger Lizenz. Für Anleger in den Benelux-Ländern und Frankreich ist dies vor allem ein Moment, um zu prüfen: Verfügt meine Exchange oder mein Wallet-Anbieter tatsächlich über eine gültige europäische Lizenz? Lesen Sie auch unsere Erklärung zur MiCA-Frist und unseren Leitfaden zum Wechsel auf eine regulierte Plattform, falls Sie einen Wechsel erwägen.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Regulierung kann sich je nach Land und im Zeitverlauf ändern; prüfen Sie im Zweifelsfall immer den aktuellen Status bei der Aufsichtsbehörde Ihres Landes.
