Bitcoin27. Juli 2026

Bitcoin verteidigt 65.000 Dollar, während Ethereum die FOMC-Woche anführt

Bitcoin hält sich bei rund 65.300 Dollar (rund 57.100 Euro), doch Ethereum liegt mit über vier Prozent Plus vorn. Am Mittwoch entscheidet die Fed, am Donnerstag kommt das US-BIP und am Freitag die PCE-Inflation. Das steht diese Woche auf dem Programm und das bedeutet es für europäische Anleger.

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Bitcoin beendet das Wochenende bei etwa 65.300 Dollar (rund 57.100 Euro) und damit rund 1,4 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Ethereum schneidet mit einem Plus von über vier Prozent deutlich besser ab. Die eigentliche Bewegung steht allerdings noch bevor: Am Mittwoch tagt die US-Notenbank, und der Rest der Woche ist voll mit Zahlen, die über die Liquidität in Risikomärkten entscheiden.

Wo der Markt am 27. Juli steht

Bitcoin notiert am Sonntagmorgen bei rund 65.300 Dollar (rund 57.100 Euro). Das ist ein Plus von etwa 1,4 Prozent gegenüber Samstag, auf Wochensicht ist das Bild aber flach: Der Kurs bewegte sich die ganze Woche in einer Spanne zwischen 64.000 und 66.800 Dollar (rund 56.000 und 58.450 Euro). Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt bei etwa 1,31 Billionen Dollar (rund 1,15 Billionen Euro), was einer Dominanz von rund 58 Prozent des gesamten Kryptomarktes entspricht.

Diese Dominanz erzählt nur einen Teil der Geschichte. Bitcoin notiert weiterhin rund 48 Prozent unter dem Rekordstand von etwa 126.000 Dollar (rund 110.250 Euro) aus dem Oktober 2025. Der gesamte Kryptomarkt ist zusammen etwa 2,4 Billionen Dollar (rund 2,1 Billionen Euro) wert, bei einem Handelsvolumen von rund 50 Milliarden Dollar (rund 43,75 Milliarden Euro) in 24 Stunden. Dieses Volumen ist eher dünn, was zu einem Sonntag im Sommer passt.

Technisch liegt die Unterstützung zwischen 63.000 und 64.000 Dollar (rund 55.125 und 56.000 Euro). Dort hat der Kurs in diesem Monat mehrfach einen Boden gefunden. Der Widerstand liegt unmittelbar über dem aktuellen Niveau bei rund 65.000 Dollar (rund 56.875 Euro); nach gängiger technischer Lesart öffnet ein überzeugender Ausbruch darüber den Weg zu 70.000 bis 72.000 Dollar (rund 61.250 bis 63.000 Euro).

Ethereum führt an

Ethereum ist diese Woche der Stärkere von beiden. Der Kurs liegt bei rund 1.955 Dollar (rund 1.710 Euro), ein Plus von etwa vier Prozent in 24 Stunden und von über vier Prozent auf Wochensicht. Die Marktkapitalisierung kommt damit auf rund 236 Milliarden Dollar (rund 207 Milliarden Euro).

Wichtiger als der Prozentsatz ist, welches Niveau genommen wurde. Die Zone zwischen 1.880 und 1.910 Dollar (rund 1.645 und 1.671 Euro) hat Ethereum wochenlang gedeckelt. Sie ist nun durchbrochen und dient bei einem Rücksetzer als erste Unterstützung, zusammen mit dem Bereich um 1.850 Dollar (rund 1.619 Euro). Darüber wartet die psychologische Marke von 2.000 Dollar (rund 1.750 Euro), die seit dem Frühjahr nicht mehr berührt wurde.

Es steht außerdem reichlich trockenes Pulver bereit. Die gemeinsame Marktkapitalisierung der Stablecoins beträgt etwa 300 Milliarden Dollar (rund 262,5 Milliarden Euro). Das ist Kapital, das bereits im Kryptosystem liegt und jederzeit in Bitcoin oder Ethereum wechseln kann, ohne dass eine neue Banküberweisung nötig wäre.

Die Fed tagt am Mittwoch

Der Fixpunkt der Woche liegt auf Mittwoch, dem 29. Juli. Der Zinsentscheid des Federal Open Market Committee kommt um 14:00 Uhr New Yorker Zeit, das ist 20:00 Uhr bei uns. Der Markt rechnet nahezu einhellig mit unveränderter Politik, mit dem Zielband bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

Weil das Ergebnis so gut wie feststeht, steckt die Nachricht in der Pressekonferenz von Vorsitzendem Kevin Warsh gegen 14:30 Uhr New Yorker Zeit (20:30 Uhr bei uns). Zudem ist dies keine Projektionssitzung: Ein Dot Plot mit den Zinserwartungen der einzelnen Notenbanker erscheint diesmal nicht. Die einzige wirklich neue Information ist damit der Ton, in dem Warsh über Inflation und Wachstum spricht.

Für europäische Anleger ist die europäische Seite bereits erledigt. Die EZB ließ am 23. Juli alle drei Leitzinsen unangetastet, mit dem Einlagensatz bei 2,25 Prozent. Der Zinsabstand zwischen dem Euroraum und den Vereinigten Staaten bleibt damit groß, und genau deshalb erreicht der Dollarzins auch den Krypto-Anleger im Euroraum.

Big Tech und die Zinsen bestimmen die Liquidität

Der Rest der Woche ist mindestens ebenso dicht. Am Dienstag, dem 28. Juli, erscheint das Verbrauchervertrauen des Conference Board mit einem Konsens um 92 Punkte. Am Donnerstag, dem 30. Juli, folgen die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal, bei der Ökonomen rund 2,5 Prozent erwarten, sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Der Freitag, 31. Juli, schließt mit der PCE-Kerninflation und dem Employment Cost Index ab, am selben Tag wie der Monatsend-Verfall der Optionen.

Hinzu kommt, dass Apple, Microsoft, Meta und Amazon diese Woche ihre Zahlen vorlegen. Für Krypto ist das keine Nebensache: Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq ist in den vergangenen Monaten hoch geblieben, und eine Enttäuschung bei Big Tech wirkt über die allgemeine Risikobereitschaft durch. Aus der Branche selbst berichtet Robinhood am 29. Juli, Coinbase und Strategy folgen am 30. Juli. Strategy hält inzwischen rund 843.775 Bitcoin im Wert von etwa 54 Milliarden Dollar (rund 47,25 Milliarden Euro).

Jeff Ko, Chefanalyst bei CoinEx, erwartet, dass Bitcoin vorerst in seiner Spanne um 65.000 Dollar bleibt. Er verweist auf den Ölpreis, der rund fünf Prozent vom Hoch der Vorwoche zurückgekommen ist, während die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran nachlassen, und auf die US-Rendite zehnjähriger Staatsanleihen, die sich Richtung 4,7 Prozent bewegt. Solange sich diese beiden Kräfte die Waage halten, sieht er wenig Anlass für einen Ausbruch.

Die ETF-Ströme sind dünn, aber positiv

Die amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 33,79 Millionen Dollar (rund 29,6 Millionen Euro). Das war der Abschluss einer Reihe positiver Tage, doch der Betrag ist bescheiden, und in den Sitzungen danach drehte das Bild wieder zu Abflüssen. Von einer strukturellen Zuflusswelle kann also keine Rede sein.

Die Stimmung passt dazu. Der Fear-and-Greed-Index steht zwischen den hohen Zwanzigern und den niedrigen Dreißigern, was Vorsicht ohne Panik bedeutet. An den Prognosemärkten wird die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act in diesem Jahr durch den US-Senat kommt, auf etwa 35 Prozent geschätzt; die Sommerpause beginnt dort um den 7. August, viel Zeit bleibt also nicht.

Auf Protokollebene stehen zwei Termine an. Zcash führt am 28. Juli das Ironwood-Upgrade durch, bei Block 3.428.143 gegen Mitte des Tages in UTC. Einen Tag später, am 29. Juli, folgt bei Stacks die PoX-5-Hard-Fork. Beides sind geplante Upgrades, doch rund um solche Termine ist die Volatilität der betroffenen Münze in der Regel erhöht.

Was das für Sie bedeutet

Diese Woche ist eine des Abwartens, nicht des Erzwingens. Der Zinsentscheid selbst ist eingepreist; die Reaktion hängt davon ab, wie Warsh spricht, und das lässt sich definitionsgemäß nicht vorhersagen. Wer Positionen anpasst, tut das klüger nach Mittwochabend als davor.

Achten Sie außerdem auf den Wechselkurs. Jeder Betrag oben ist ein Dollarbetrag, und europäische Anleger rechnen in Euro ab. Bei einem Euro-Dollar-Kurs, der diese Woche mit dem Fed-Entscheid mitläuft, kann ein in Dollar unveränderter Bitcoinkurs in Euro trotzdem einen Gewinn oder Verlust ergeben. Rechnen Sie Ihre Rendite also in der Währung, in der Sie einkaufen.

Quellen: CoinEx, Federal Reserve, EZB, CoinDesk, crypto.news. Zuletzt geprüft: 27. Juli 2026.

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