Bitcoin schließt den Juli über 65.000 Dollar, während der Angstindex bei 25 festhängt
Bitcoin beendet den Juli bei 65.023,82 Dollar (rund 56.896 Euro), fast acht Prozent über dem Stand zum Monatsbeginn. Trotzdem steht der Fear and Greed Index bei 25, mitten im Bereich extremer Angst. Diese Kombination sagt mehr über den Markt aus als der Kurs selbst.
Der Juli schließt im Plus. Am letzten Handelstag des Monats notiert bitcoin bei 65.023,82 Dollar (rund 56.896 Euro), gut zwei Prozent höher auf Tagesbasis und 7,76 Prozent über den 59.844,67 Dollar (rund 52.364 Euro), mit denen der Monat begonnen hatte. Gleichzeitig steht der Fear and Greed Index bei 25. Ein steigender Markt, in dem niemand zu kaufen wagt, ist eine ungewöhnliche Kombination, und genau deshalb die interessanteste Zahl des Tages.
Der Juli endet im Gewinn, aber ohne Überzeugung
Der gesamte Kryptomarkt ist 2,3 Billionen Dollar (rund 2,0 Billionen Euro) wert, 1,4 Prozent mehr als gestern. Auf bitcoin entfallen davon 1,3 Billionen Dollar (rund 1,14 Billionen Euro), was einer Dominanz von 56,3 Prozent entspricht. Das Tagesvolumen in bitcoin lag bei 26,6 Milliarden Dollar (rund 23,3 Milliarden Euro), bei einem Gesamtmarktvolumen von 57,99 Milliarden Dollar (rund 50,7 Milliarden Euro).
Ethereum schloss bei 1.927,90 Dollar (rund 1.687 Euro), 1,23 Prozent höher, mit einer Marktkapitalisierung von 232,7 Milliarden Dollar (rund 203,6 Milliarden Euro) und einem Tagesvolumen von 8,24 Milliarden Dollar (rund 7,2 Milliarden Euro). Ein Monatsgewinn von knapp acht Prozent klingt ansehnlich, doch im Jahresvergleich liegt bitcoin weiterhin 45,25 Prozent tiefer, und der Kurs steht fast die Hälfte unter dem Rekord von 126.198,07 Dollar (rund 110.423 Euro) vom 6. Oktober 2025.
Extreme Angst bei steigendem Kurs
Der Fear and Greed Index steht bei 25. Alles unter 25 gilt als extreme Angst; von dort bis 45 ist es schlichte Angst. Der Index verharrt dort seit fast zwei Wochen, auch an Tagen mit steigenden Kursen. Das ist das Muster, das diesen Monat prägt: Preis rauf, Stimmung flach.
Historisch ist das kein schlechtes Zeichen, aber eben auch kein Kaufsignal. Vor allem bedeutet es, dass wenig neues Geld hereinkommt und Bewegungen deshalb härter durchschlagen, als das Volumen rechtfertigt. In einem solchen Markt sind dünne Orderbücher die Regel und nicht die Ausnahme, und das gilt erst recht für kleinere Altcoins.
Die ETF-Ströme drehen, aber nur bei BlackRock
Die amerikanischen bitcoin-ETFs verzeichneten am 29. Juli Nettozuflüsse von 32,1 Millionen Dollar (rund 28,1 Millionen Euro) und beendeten damit vier Abflusstage in Folge, darunter 49,75 Millionen Dollar (rund 43,5 Millionen Euro) am 28. Juli.
Die Zusammensetzung dieses Zuflusses wiegt schwerer als der Betrag. BlackRocks IBIT sammelte 89,8 Millionen Dollar (rund 78,6 Millionen Euro) ein, während Fidelitys FBTC 43,08 Millionen Dollar (rund 37,7 Millionen Euro) und ARKB 14,62 Millionen Dollar (rund 12,8 Millionen Euro) verlor. Es fließt also kein Geld in die Kategorie hinein; es verschiebt sich innerhalb der Kategorie. Über das gesamte Jahr 2026 steht der Zähler bei rund 4,8 Milliarden Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro) Abfluss, während seit dem Start im Januar 2024 kumuliert weiterhin 51,36 Milliarden Dollar (rund 44,9 Milliarden Euro) zugeflossen sind, davon mehr als 60,35 Milliarden Dollar (rund 52,8 Milliarden Euro) allein bei IBIT. Aus den ethereum-ETFs flossen 18,65 Millionen Dollar (rund 16,3 Millionen Euro) ab.
Wohin das Geld innerhalb des Marktes ging
Unter den größeren Namen war die Streuung erheblich. GRVT legte 62,44 Prozent zu, UNI gewann 12,14 Prozent auf 4,45 Dollar (rund 3,89 Euro), INJ stieg 10,13 Prozent auf 5,05 Dollar (rund 4,42 Euro) und CAKE verbuchte 6,21 Prozent Plus auf 1,46 Dollar (rund 1,28 Euro).
Am anderen Ende verlor BANK an einem einzigen Tag 57,82 Prozent, MemeCore gab 13,24 Prozent nach, XDC und ARB büßten 2,74 beziehungsweise 1,57 Prozent ein. Dass DeFi-Namen wie UNI, INJ und CAKE die Liste anführen, während Memecoins abrutschen, passt zu einem Markt, der wählerischer wird. Es wird nicht weniger gehandelt, es wird anders gehandelt.
Stablecoins und DeFi als zweites Thermometer
Der DeFi-Sektor ist 62,74 Milliarden Dollar (rund 54,9 Milliarden Euro) wert, 2,6 Prozent mehr als gestern, bei einem Tagesvolumen von 32 Milliarden Dollar (rund 28 Milliarden Euro). Das sind 4,1 Prozent des gesamten Marktvolumens, ein Anteil, der seit Wochen stabil ist.
Stablecoins stehen für 301 Milliarden Dollar (rund 263 Milliarden Euro) und wickelten 52,7 Milliarden Dollar (rund 46,1 Milliarden Euro) Volumen ab. Das heißt: Der ganz überwiegende Teil des Handels läuft nach wie vor über Stablecoins. Wer wissen will, ob Kapital an der Seitenlinie wartet, schaut auf diese Zahl, und die deutet vorerst eher auf Parken als auf Verlassen hin.
Was das für Sie bedeutet
Die Federal Reserve beließ den Leitzins diese Woche unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Damit fiel der letzte unmittelbare Auslöser für eine größere Bewegung weg, was teilweise erklärt, warum der Markt den Monat ruhig ausklingen lässt. Der nächste echte Katalysator liegt im September.
Für alle, die in Europa regelmäßig zukaufen, ändert sich wenig. Extreme Angst bei steigendem Kurs bedeutet vor allem, dass der Markt dünn ist, und dünne Märkte bestrafen Ungeduld: Nutzen Sie Limit-Orders statt Market-Orders, gerade bei Altcoins außerhalb der Top 20. Und wie immer gilt: Dies ist keine Anlageberatung, und ein Monatsgewinn von acht Prozent sagt nichts über den nächsten Monat.
Quellen: CoinMarketCap, CoinGecko, Fear and Greed Index von Alternative.me, Farside Investors, SoSoValue, Federal Reserve. Zuletzt geprüft: 31. Juli 2026.
