Ist Kraken pleite? Was die Nasdaq-Investition bedeutet
Nasdaq investierte am 10. September 100 Millionen Dollar in Kraken-Mutter Payward, Bewertung 21 Milliarden Dollar. Was das über die Sicherheit deines Geldes aussagt – und was nicht.
Nein, Kraken ist nicht pleite. Diese Woche geschah das genaue Gegenteil. Am 10. September 2026 investierte Nasdaq 100 Millionen Dollar in Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, bei einer Bewertung von 21 Milliarden Dollar – mehr als die rund 20 Milliarden Dollar, die Payward bei einer Finanzierungsrunde im Mai 2026 anstrebte. Wenn ein Börsenbetreiber Geld investiert, ist das genau das Gegenteil eines Signals für ein Unternehmen in Schieflage.
Trotzdem schoss die Suche „Kraken pleite" nach der Nachricht in die Höhe. Verständlich: Große Investitionsnachrichten über eine Exchange klingen für manche nach „da stimmt etwas nicht", dabei handelt es sich hier um die Erweiterung einer bestehenden Partnerschaft.
Was Nasdaq und Payward genau angekündigt haben
Nasdaq-Präsident Tal Cohen bezeichnete den Schritt als Teil davon, „wie effizient und nahtlos sich Kapital und Vermögenswerte durch das Finanzsystem bewegen" (Nasdaq, 10. September 2026). Die Investition finanziert Nasdaq Equity Tokens (NETs) – tokenisierte Aktien, die über Krakens xStocks-Infrastruktur handelbar werden sollen, mit geplantem Start im zweiten Quartal 2027. Payward-Co-CEO Arjun Sethi nannte als Ziel, „Nasdaq Equity Tokens auf Schienen zu bringen, die nie schließen, bei vollständig erhaltenen Aktionärsrechten".
Die Partnerschaft selbst bestand bereits: Payward und Nasdaq arbeiten seit März 2025 an Tokenisierungsinfrastruktur. Diese Investition erweitert diese Beziehung – sie ist keine Rettungsaktion.
Warum eine Investition kein Pleitesignal ist
Ein Investor, der Anteile kauft, tut das in Erwartung einer Rendite – nicht aus Wohltätigkeit. Nasdaq hat vorab eine eigene Due-Diligence-Prüfung durchgeführt; ein Betreiber mit diesem Ruf steigt nicht blind bei einem Unternehmen in Schwierigkeiten ein. Die Bewertung stieg in vier Monaten von rund 20 auf 21 Milliarden Dollar – ein Anstieg, keine Abschreibung.
Wer ist Kraken, und warum steht Sicherheit an der Basis
Kraken wurde im Juli 2011 unter anderem von Jesse Powell gegründet, nachdem er die Sicherheitsmängel bei Mt. Gox aus nächster Nähe miterlebt hatte. Als Mt. Gox 2014 selbst zusammenbrach, wählte der Insolvenzverwalter dieses Falls gezielt Kraken aus, um bei der Ermittlung und Rückzahlung verbliebener Kundengelder zu helfen. Sicherheit steckt also in der Gründungsgeschichte, nicht in einer nachträglichen Marketingaussage.
Ende 2024 lagen 42,8 Milliarden Dollar an Vermögenswerten auf der Plattform, verteilt auf 2,6 Millionen finanzierte Konten. Das garantiert nichts für die Zukunft, ist aber eine Größenordnung, die nicht von heute auf morgen verschwindet.
Die europäische Zulassung: was sie abdeckt – und was nicht
Krakens europäische Einheit – Payward Europe Solutions Limited – erhielt im Juni 2025 als Erste ihrer Art eine MiCA-Zulassung der irischen Zentralbank. Genaueres zum Umfang dieser Zulassung steht in unserem früheren Artikel zu Kraken und MiCA. Diese Zulassung verpflichtet unter anderem dazu, Kundengelder getrennt vom eigenen Unternehmensvermögen zu halten.
Der Nachteil, den man nennen muss: Eine MiCA-Zulassung ist kein Einlagensicherungssystem. Bei einer Bank ist dein Guthaben bis 100.000 € durch einen Garantiefonds gedeckt; bei einer Krypto-Exchange – so gut reguliert sie auch ist – gibt es dieses Sicherheitsnetz nicht. Die Trennung der Vermögen verringert das Risiko im Insolvenzfall, schließt einen Verlust aber nicht vollständig aus. Wer dieses Risiko nicht tragen möchte, bewahrt größere Beträge besser dauerhaft in einer Hardware-Wallet auf statt auf einer Exchange.
Was du selbst prüfen kannst
- Steht Kraken (als Payward Europe Solutions Limited) im offiziellen ESMA-CASP-Register? Prüfe das selbst, nicht über eine Vergleichsseite.
- Kannst du Geld ohne Verzögerung abheben? Eine Auszahlungsverzögerung ist ein früheres Warnsignal als eine Investitionsnachricht.
- Wenn du größere Kryptobeträge langfristig hältst, erwäge Self-Custody zusätzlich zu einem Exchange-Konto.
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Häufig gestellte Fragen
Ist Kraken pleite? Nein. Am 10. September 2026 investierte Nasdaq 100 Millionen Dollar in Kraken-Mutter Payward, bei einer Bewertung von 21 Milliarden Dollar.
Was bedeutet die Nasdaq-Investition für mein Geld bei Kraken? Direkt nichts. Es handelt sich um eine Investition in die Muttergesellschaft für ein neues Produkt (tokenisierte Nasdaq-Aktien über xStocks), nicht um eine Änderung daran, wie Kraken dein Guthaben verwaltet. Mehr zur Ankündigung selbst in unserem Artikel zur Investition.
Hat Kraken eine Zulassung in Europa? Ja. Payward Europe Solutions Limited besitzt seit Juni 2025 eine MiCA-Zulassung der irischen Zentralbank.
Was passiert mit meiner Krypto, wenn eine Exchange zusammenbricht? Das hängt davon ab, wie die Exchange Vermögen trennt und welche Rechtsordnung gilt. Eine MiCA-Zulassung verlangt die Trennung von Kunden- und Unternehmensvermögen, aber es gibt kein Einlagensicherungssystem wie bei einer Bank.
Dieser Artikel ist informativ und keine Finanzberatung. Krypto birgt Kursrisiken; investiere nie mehr, als du verlieren kannst.
Quellen
Zuletzt geprüft am 13. September 2026:
- CoinDesk — Nasdaq backs Kraken parent Payward with $100 million investment at $21 billion valuation
- Fortune — Nasdaq bets big on tokenized stocks with $100 million investment in Kraken parent Payward
- Wikipedia — Kraken (company)
- Kraken Blog — MiCA enforcement begins July 1
- North Point — Is Kraken available in the EU after MiCA
