Japanische Megabanken bauen gemeinsam an einem Yen-Stablecoin
MUFG, SMBC und Mizuho unterzeichnen eine Vereinbarung für einen gemeinsamen Yen-Stablecoin. Erste kommerzielle Transaktionen sind vor Ende März 2027 geplant.
Die drei größten Banken Japans — MUFG, SMBC und Mizuho — haben am 10. Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet, gemeinsam einen an den japanischen Yen gekoppelten Stablecoin herauszugeben. Es ist das erste Mal, dass die drei Megabanken auf diesem Feld gemeinsam vorgehen.
Was vereinbart wurde
Die Banken richten einen gemeinsamen Rat ein, der die operativen Rahmenbedingungen, die Governance und die technische Infrastruktur ausarbeitet. Der Aufbau arbeitet mit einer Trust-Struktur: Die Banken treten als gemeinsame Auftraggeber auf, eine lizenzierte Trustbank fungiert als Verwalter. Das Projekt baut auf einem Pilotversuch der Aufsichtsbehörde FSA vom November 2025 auf.
Das Ziel ist konkret: echte kommerzielle Transaktionen vor dem Ende des japanischen Fiskaljahres, also spätestens im März 2027.
Gegengewicht zum Dollar
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Dollar-Stablecoins dominieren mit etwa 85 bis 90% eines Marktes von rund 265 Milliarden Euro. Anfang Juni empfahl ein Gremium der Regierungspartei LDP dem Finanzminister, Yen-Stablecoins für Zahlungen in Asien aktiv zu fördern.
Zusammen mit dem neuen japanischen Kryptogesetz — das Krypto als Finanzprodukt anerkennt — deutet das auf eine breitere Strategie hin: Japan will in der digitalen Finanzinfrastruktur eine ernsthafte Rolle spielen, statt sie dem Dollar zu überlassen.
Was bedeutet das für Nutzer?
Kurzfristig wenig: Der Stablecoin ist zunächst für geschäftliche Zahlungen zwischen Unternehmen gedacht. Doch wenn die größten Banken eines G7-Landes einen gemeinsamen Stablecoin erfolgreich ausrollen, ist das ein wichtiges Signal dafür, dass Banken Blockchain-Infrastruktur als bleibenden Bestandteil des Zahlungsverkehrs betrachten.
Quellen: CoinDesk, FinTech Futures
