Japan halbiert die Kryptosteuer: Krypto wird Finanzprodukt
Japan erkennt Krypto als Finanzprodukt an und senkt die Gewinnsteuer von maximal 55 % auf 20 %. Das Gesetz öffnet zudem die Tür für Krypto-ETFs.
Das japanische Unterhaus hat am 11. Juni ein Gesetz verabschiedet, das Krypto künftig als Finanzprodukt unter dem Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) einstuft. Damit rückt Japan digitale Vermögenswerte aus der Ecke der Zahlungsdienste heraus und behandelt sie rechtlich vergleichbar mit Aktien und Anleihen.
Steuer von maximal 55 % auf pauschale 20 %
Die auffälligste Änderung ist steuerlicher Natur. Die Höchstbelastung auf Kryptogewinne sinkt von 55 % auf einen pauschalen Satz von 20 % — denselben Satz, den Japan für Aktien und Anleihen ansetzt. Die Steuersenkung tritt voraussichtlich 2028 in Kraft; die neuen FIEA-Regeln gelten wahrscheinlich schon ab 2027, sofern das Oberhaus das Gesetz bestätigt.
Tür auf für Krypto-ETFs
Indem Japan Krypto formell als Finanzprodukt anerkennt, legt es die rechtliche Grundlage für regulierte Krypto-ETFs. Die Japan Exchange Group rechnet damit, dass die ersten Krypto-Tracker bereits im kommenden Jahr erscheinen können.
Darüber hinaus enthält das Gesetz strengere Regeln für die Branche:
- Ein Verbot des Handels mit Insiderwissen aus nicht öffentlichen Informationen
- Verpflichtende jährliche Transparenzberichte für Kryptounternehmen
- Deutlich höhere Bußgelder bei Verstößen
Warum das zählt
Japan ist einer der größten Kryptomärkte Asiens. Ein pauschaler Satz von 20 % statt maximal 55 % macht es für japanische Privatanleger und Institutionen erheblich attraktiver, Krypto zu halten — und kann anderen Ländern als Vorbild dienen, die ihre steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte überdenken.
Quelle: Yahoo Finance, Finance Magnates
