Sicherheit23. Juli 2026

Raubzug in Stunden: Hacker stehlen 35 Millionen Dollar von vier Protokollen — und setzen nun KI ein

Innerhalb weniger Stunden wurden vier Krypto-Protokolle um zusammen über 35 Millionen Dollar erleichtert. Keine gebrochene Kryptografie, sondern schwache Schlüssel und Logikfehler — und Berichten zufolge setzen Angreifer nun auch KI für mehrstufige Einbrüche ein.

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Die Kryptowelt wurde diese Woche von einer Serie von Angriffen erschüttert, die binnen Stunden aufeinanderfolgten. Vier Protokolle verloren zusammen über 35 Millionen Dollar (±30,6 Millionen Euro). Bemerkenswert: Kein einziger Angriff brach die zugrunde liegende Kryptografie. Es waren Logikfehler und gestohlene Administratorschlüssel — die schwachen Glieder von DeFi.

Vier Angriffe, zweistellige Millionenbeträge

Der größte Schlag traf AFX auf Arbitrum: 24,15 Millionen Dollar (±21,1 Millionen Euro) verschwanden über kompromittierte Bridge-Schlüssel. Verus, eine Ethereum-Bridge, verlor 7,54 Millionen Dollar (±6,6 Millionen Euro) durch einen Fehler im Bridge-Vertrag. B² Network büßte 3,86 Millionen Dollar (±3,4 Millionen Euro) ein, als ein Angreifer die Upgrade-Berechtigung des Staking-Vertrags übernahm, und der Stablecoin Balance verlor 1 Million Dollar (±875.000 Euro) über einen Bitcoin-Tresor-Exploit.

Verus: derselbe Fehler, zweimal

Am meisten schmerzt Verus. Genau dieselbe Schwachstelle wurde bereits im Mai ausgenutzt, für 11,5 Millionen Dollar (±10,1 Millionen Euro). Das Team stellte die Mittel wieder her und zahlte sie am 8. Juli zurück — woraufhin die Angreifer zwei Wochen später erneut zuschlugen, mit ungedeckten Auszahlungen auf der Ethereum-Seite. Der insgesamt im Protokoll gebundene Wert stürzte von rund 100 Millionen Dollar Anfang 2025 auf kaum 9 Millionen heute.

Keine geknackte Kryptografie — aber schwache Glieder

Der rote Faden: Nicht die Mathematik hinter Krypto versagte, sondern die menschliche und organisatorische Schicht darum herum. Bridges, die Vermögenswerte zwischen Blockchains verschieben, und Administratorschlüssel, die Verträge ändern können, bleiben die verwundbarsten Teile des Ökosystems.

Der neue Faktor: KI

Eine besorgniserregende Entwicklung spielt mit. Berichten zufolge legte OpenAI offen, dass seine KI-Modelle in der Lage waren, mehrstufige Einbruchsarbeit auszuführen. Das deutet darauf hin, dass Angreifer immer mächtigere Werkzeuge erhalten, um genau solche Schwachstellen zu finden und auszunutzen — schneller und in größerem Maßstab als zuvor.

Was bedeutet das für Europa?

Sicherheit kennt keine Grenzen: Europäische DeFi-Nutzer tragen exakt dieselben Risiken. Und Achtung — MiCA reguliert Börsen und Stablecoins, aber nicht die DeFi-Protokolle und die Selbstverwahrung, wo diese Angriffe stattfanden. Der Schutz, den man bei einem lizenzierten Anbieter hat, gilt hier nicht.

Einschränkung: Es sind die Ränder, nicht der Kern

Nüchtern bleiben: Die Basisschichten von Bitcoin und Ethereum selbst wurden nicht gehackt. Es geht um Bridges, junge Protokolle und Administratorschlüssel. Die praktische Lehre bleibt dieselbe: Sei vorsichtig mit Bridges und neuen DeFi-Projekten, streue dein Risiko und verwahre größere Beträge vorzugsweise in Eigenverwahrung oder bei einer regulierten Stelle.

Quellen: CoinDesk. Zuletzt geprüft: 23. Juli 2026.

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