Sicherheit25. Juli 2026

Wall Street rüstet Bitcoin gegen Quanten: neun Häuser legen 15 Millionen US-Dollar auf den Tisch

Strategy, BlackRock, Coinbase und sechs weitere Schwergewichte haben am 23. Juli das Bitcoin Security Consortium gegründet und dafür 15 Millionen US-Dollar (±13 Millionen Euro) über drei Jahre zugesagt. Anlass: Mehr als sieben Millionen Bitcoin — rund 460,8 Milliarden US-Dollar (±403 Milliarden Euro) — liegen mit offen sichtbarem Public Key in der Blockchain.

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Die größten institutionellen Bitcoin-Halter der Welt haben getan, was sie selten tun: gemeinsam gehandelt. Am 23. Juli 2026 stellten neun Häuser das Bitcoin Security Consortium vor, eine gemeinsame Zusage über 15 Millionen US-Dollar (±13 Millionen Euro) auf drei Jahre für die langfristige Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks. Erste Priorität: Kryptografie, die Quantencomputern standhält.

Wer beteiligt ist

Gründungsmitglieder sind Strategy (früher MicroStrategy), BlackRock, Coinbase, Galaxy Digital, Fidelity Digital Assets, Anchorage Digital, ARK Invest, Block und Blockstream. Zusammen verwalten oder verwahren sie einen erheblichen Teil aller institutionell gehaltenen Bitcoin. Das Geld fließt nicht in einen gemeinsamen Topf: Jedes Mitglied leitet seinen Beitrag direkt an die Entwickler und Forschungsgruppen weiter, die es selbst auswählt. Mike Schmidt, Geschäftsführer des Entwicklerfonds Brink, koordiniert das Ganze ehrenamtlich.

„Als langfristige Halter haben wir jedes Interesse daran, dass Bitcoin über Generationen sicher bleibt", sagte Strategy-Chef Phong Le bei der Ankündigung.

Warum Quanten ausgerechnet Bitcoin treffen

Bitcoin sichert Guthaben über digitale Signaturen auf Basis elliptischer Kurven. Solange der Public Key hinter einer Adresse verborgen bleibt, gibt es wenig anzugreifen. Sobald man aber von einer Adresse ausgibt, steht dieser Public Key dauerhaft in der Blockchain. Bei den allerersten Bitcoin-Outputs — den Pay-to-Public-Key-Outputs der Anfangsjahre — war er sogar von vornherein sichtbar. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte daraus den zugehörigen privaten Schlüssel ableiten.

Was auf dem Spiel steht

Die Blockchain-Analyse zeigt: Mehr als sieben Millionen Bitcoin tragen einen offengelegten Public Key — 34,9 % des untersuchten Bestands, zu den Kursen dieser Woche rund 460,8 Milliarden US-Dollar (±403 Milliarden Euro). Monatlich kommen etwa 77.275 BTC hinzu, schlicht weil Halter ihre Coins bewegen. Die Forschungsgruppe Project Eleven kam zuvor auf rund 6,9 Millionen gefährdete Bitcoin — andere Zählweise, gleiche Größenordnung.

BIP-361 und der Umzug

Auf dem Tisch liegt BIP-361, mitverfasst vom Sicherheitsforscher Jameson Lopp. Der Vorschlag beschreibt einen schrittweisen Wechsel von ECDSA- und Schnorr-Signaturen zu quantenresistenten Verfahren. Daneben kursiert eine Idee namens „Hourglass" für alte Outputs, deren Eigentümer aller Wahrscheinlichkeit nach nie wieder auftauchen. Angenommen ist keiner der Vorschläge. Genau dort setzt das Konsortium an: Es finanziert die Forschung, den Code und die Peer Review, die eine solche Entscheidung erfordert.

Wie dringend ist das

Den „Q-Day" — den Moment, an dem ein Quantencomputer moderne Verschlüsselung bricht — verorten Forscher frühestens um 2030, mit erheblicher Unsicherheit in beide Richtungen. US-Präsidialerlasse verlangen, dass hochwertige Bundessysteme bis Ende 2031 auf Post-Quanten-Kryptografie laufen. Die Migration des gesamten Bitcoin-Netzwerks dauert Jahre — bis zur Frist zu warten, ist keine Option.

Was das für Sie bedeutet

An der Sicherheit Ihres Wallets ändert sich heute nichts. Eine Gewohnheit lohnt sich aber schon jetzt: Verwenden Sie Adressen nicht mehrfach. Solange Sie von einer Adresse nie ausgegeben haben, taucht Ihr Public Key nirgends auf. Moderne Wallets erzeugen standardmäßig für jeden Zahlungseingang eine neue Adresse — lassen Sie diese Einstellung einfach unverändert.

Quellen: The Block, CryptoSlate, CoinDesk, Bitcoin Magazine. Zuletzt geprüft: 25. Juli 2026.

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