Bitcoin-ETFs verlieren 450 Millionen Dollar nach Senatsniederlage
US-Spot-Bitcoin-ETFs verloren am 15. September rund 450 Millionen Dollar, der schwerste Tag seit Ende Juni. Mit Ether zusammen flossen 592 Millionen Dollar ab.
US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verloren am Dienstag, dem 15. September 2026, rund 450 Millionen Dollar (etwa 390 Millionen Euro) an Anlegergeldern. Das ist der schwerste Abfluss an einem einzelnen Tag seit Ende Juni. Der unmittelbare Anlass liegt auf der Hand: Einen Tag zuvor war der Clarity Act im US-Senat gescheitert. Am Mittwoch, dem 16. September, kam der Zinsentscheid der Federal Reserve obendrauf.
Die Zahlen
Nach Angaben des Datenanbieters SoSoValue flossen 450,33 Millionen Dollar aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs ab — der schlechteste Handelstag seit dem 25. Juni. Cointelegraph kam auf Basis von Farside-Daten auf nahezu denselben Betrag, 450,4 Millionen Dollar, und nennt den 24. Juni als vorherigen Tiefpunkt mit 469 Millionen Dollar. Das genaue Vergleichsdatum unterscheidet sich also je nach Quelle um einen Tag; die Größenordnung nicht.
Aus der Fondsaufteilung von Farside geht hervor, woher das Geld kam: Fidelitys FBTC verlor 214,8 Millionen Dollar, BlackRocks IBIT 161,7 Millionen Dollar, Grayscales GBTC 44,1 Millionen Dollar, ARK 21Shares 17,4 Millionen Dollar und Bitwise 12,4 Millionen Dollar.
Ether-ETFs gingen mit nach unten. SoSoValue verzeichnete dort 141,47 Millionen Dollar Abfluss (etwa 123 Millionen Euro), laut BeInCrypto der schwerste Tag seit dem 30. Januar. Zusammen ergibt das rund 592 Millionen Dollar (etwa 513 Millionen Euro).
Woher es kam
Der Abfluss folgte unmittelbar auf die gescheiterte Abstimmung im Senat über den Digital Asset Market Clarity Act: 49 Ja-Stimmen, 50 Nein-Stimmen, 60 nötig. Was dort genau schieflief und was das Gesetz geregelt hätte, steht in Clarity Act scheitert im Senat.
Der breitere Markt ging mit. Der CoinDesk 20 Index verlor am Dienstag 4,6 Prozent, der stärkste Rückgang seit dem 5. Juni. Bitcoin selbst hielt sich vergleichsweise gut und notierte am Mittwochmorgen bei rund 75.700 Dollar (etwa 65.600 Euro). Tokens, die unmittelbarer an US-Regulierung hängen, traf es härter: Stellar verlor 9,6 Prozent binnen 24 Stunden, XRP 8,1 Prozent.
Und dann kam die Fed obendrauf
Am Mittwoch, dem 16. September, gab die Federal Reserve ihren Zinsentscheid bekannt. Eine Erhöhung war dabei das Szenario, mit dem der Markt rechnete — die Wahrscheinlichkeit dafür war zu Wochenbeginn bereits auf 86,5 Prozent gestiegen, wie wir in Bitcoin bei rund 77.800 Dollar, während KI-Sorgen Tech belasten beschrieben haben.
Für die ETF-Ströme bedeutet das etwas Konkretes: Der Abfluss vom Dienstag fiel in eine Woche, in der Anleger zusätzlich auf eine Zinserhöhung warteten. Eine Zahl für einen einzelnen Tag ist in einer solchen Woche schwerer zu lesen als sonst, weil zwei Ereignisse um dieselbe Erklärung konkurrieren.
Was das bedeutet — und was nicht
Ein ETF-Abfluss ist ein echtes Signal: Unter dem Strich verlässt Geld die Fonds, und das belastet den Kurs. Es ist aber eine Momentaufnahme von Kapitalströmen, kein Urteil über Bitcoin selbst.
Der Vergleich macht das sichtbar. Drei Wochen zuvor, in der Woche des 24. August, sammelten Bitcoin-ETFs noch 1,92 Milliarden Dollar an Zuflüssen ein. Dieselben Fonds, dieselben Anleger, ein anderes Nachrichtenbild. Wenn der Anlass ein politisches Ereignis ist und keine Veränderung am Netzwerk oder an den Fonds, können Ströme ebenso schnell wieder drehen.
Was bleibt: Gesetzgebung zur Marktstruktur ist in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr unwahrscheinlich geworden, und die Branche schaut für Regeln nun auf SEC und CFTC. Das ist ein langsamerer Weg, und langsamer heißt: länger unsicher.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist ein ETF-Abfluss?
Der Saldo dessen, was an einem Tag in die Fonds hinein- und aus ihnen herausfließt. Bei einem Abfluss verkaufen Anleger unter dem Strich mehr Anteile, als sie kaufen, woraufhin der Fondsverwalter Bitcoin verkaufen muss, um das zu decken. Das belastet in der Regel den Kurs.
Warum war der Ether-Abfluss verhältnismäßig auffälliger?
Weil es bei Ether der schwerste Tag seit dem 30. Januar war, während Bitcoin lediglich auf das Niveau von Ende Juni zurückfiel. Bei Ether wurde eine längere Reihe ruhiger Tage auf einen Schlag durchbrochen.
Heißt das, institutionelle Anleger halten sich von Krypto fern?
Dafür ist diese Zahl ein zu kurzer Ausschnitt. Drei Wochen zuvor stand noch eine Zuflusswoche von 1,92 Milliarden Dollar dagegen. Ein Abflusstag, der unmittelbar auf ein politisches Ereignis folgt, ist kein Trend.
Warum unterscheiden sich die Beträge je nach Quelle?
SoSoValue und Farside zählen beide die täglichen Nettoströme, verwenden aber leicht unterschiedliche Stichzeiten und Rundungen. Daher 450,33 gegenüber 450,4 Millionen Dollar und der 25. gegenüber dem 24. Juni als vorheriger Tiefpunkt.
Dieser Artikel ist informativ und keine Finanzberatung. Kryptokurse können stark schwanken; setzen Sie nie mehr ein, als Sie entbehren können.
Quellen
- CoinDesk, „Heaviest bitcoin ETF outflow since June follows Senate defeat: Crypto Markets Today“, https://www.coindesk.com/markets/2026/09/16/bitcoin-etfs-shed-usd450-million-as-clarity-act-fails, zuletzt geprüft am 16.09.2026.
- BeInCrypto, „Bitcoin, Ethereum ETFs Bleed $592 Million as Clarity Act Fails in Senate“, https://beincrypto.com/bitcoin-ethereum-etf-outflows-september-2026/, zuletzt geprüft am 16.09.2026.
- Cointelegraph, „Bitcoin ETFs Shed $450M in Biggest Outflow Since June“, https://cointelegraph.com/news/bitcoin-etfs-shed-450m-in-biggest-outflow-since-june, zuletzt geprüft am 16.09.2026.
- Europäische Zentralbank, Euro-Referenzkurs US-Dollar (1 EUR = 1,1539 USD am 15.09.2026), https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/eurofxref-graph-usd.en.html, zuletzt geprüft am 16.09.2026.
