Coinbase öffnet 4.000 US-Aktien für britische Kunden
Seit dem 6. August 2026 kannst du als britischer Nutzer in der Coinbase-App fast 4.000 US-Aktien handeln, rund um die Uhr an fünf Tagen die Woche, ohne Kommission. Die EU bleibt vorerst außen vor. Ein Detail zählt: Deine Aktien liegen unter US-Schutz, nicht unter dem britischen FSCS.
Coinbase hat am 6. August 2026 den Handel mit US-Aktien für britische Kunden geöffnet. Knapp 4.000 Werte, keine Kommission pro Order und ein Handelsfenster, das an fünf Tagen die Woche rund um die Uhr läuft statt nur zu den Zeiten der New Yorker Börse. Bruchstücke gibt es ab 1 Pfund, allerdings nur während der regulären US-Sitzung; außerhalb kaufst du ganze Aktien.
Die Grundlage ist eine Zulassung. CB Payments Ltd, die britische Tochter, erhielt im Juli 2026 von der FCA eine vollständige MiFID-Zulassung für Wertpapierdienstleistungen, Registernummer 1045733, zusätzlich zur bestehenden E-Geld-Lizenz und der Kryptoregistrierung. Ohne diese dritte Erlaubnis wäre das Produkt nicht möglich gewesen.
Was es ist und was nicht
Das ist kein europäischer Start. Die EU bleibt heute außen vor; Coinbase kündigt für die kommenden Monate Produkte sowohl für das Vereinigte Königreich als auch für die EU an, ein Datum gibt es nicht. Wer in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland wohnt, kann damit vorerst nichts anfangen.
Der zweite Punkt wiegt schwerer und kommt in den meisten Berichten zu kurz: Die Verwahrung läuft über die Vereinigten Staaten. Apex Clearing Corporation, ein US-Broker-Dealer, hält die Papiere. Coinbase Capital Markets Corp. leitet die Orders dorthin. Deine Aktien fallen damit unter das US-System SIPC, bis zu 500.000 Dollar (rund 437.500 €) je Konto, davon höchstens 250.000 Dollar (rund 218.750 €) in Bargeld. Der britische FSCS-Schutz von 85.000 Pfund greift hier nicht. Der Betrag ist höher, das System ist ein anderes, und das Institut, das ausfallen müsste, sitzt in einer anderen Rechtsordnung.
Zum Vergleich: Pfund, die du über Coinbase als Guthaben bei ClearBank hältst, sind vollständig vom FSCS gedeckt. Und dein Kryptoguthaben fällt unter keines von beiden. Das sind drei verschiedene Schutzniveaus in einer einzigen App.
Was es wirklich kostet
Null Kommission ist tatsächlich null Kommission, aber nicht die ganze Rechnung. Auf US-notierte Aktien fällt keine britische Stamp Duty Reserve Tax an, die 0,5 Prozent auf eine britische Aktie entfallen also. Dafür kommt ein Währungsspread ins Spiel, sobald du in Pfund kaufst, und Dividenden auf US-Aktien unterliegen in der Regel der US-Quellensteuer. USDC kann im Buch von Apex direkt als Sicherheit dienen, auf diesem Weg entfällt der Umtausch. Wer Coinbase One abonniert hat, erhält unbegrenzte Rewards auf USDC, das in Trades eingesetzt wird.
Was du davon hast
Wohnst du im Vereinigten Königreich und überlegst mitzumachen, schau über die Nullkommission hinaus. Frag dich, ob es für dich passt, dass deine Wertpapiere in den USA und nach US-Recht verwahrt werden, denn das ist der eigentliche Tausch. Rechne die Währungsseite durch, bevor du ein ganzes Depot verlagerst, und denk daran: Außerhalb der regulären Sitzung sind die Orderbücher dünner und die Spreads breiter, auch wenn der Markt offen ist.
Wohnst du in der EU, ist das vor allem ein Signal. Die Richtung ist eindeutig: Kryptoplattformen bauen in Richtung Wertpapiere, und sobald das auf MiCA- und MiFID-Basis auf den Kontinent kommt, verschiebt sich der Vergleich zwischen Kryptoplattform und klassischem Broker grundlegend. Warte die Details der europäischen Fassung ab, bevor du Schlüsse ziehst, denn die Verwahrstruktur wird dort mit ziemlicher Sicherheit anders aussehen als oben beschrieben.
Quellen: Coinbase (Ankündigung 6. August 2026), FCA-Register (CB Payments Ltd, Nummer 1045733), TechTimes (6. August 2026), CoinDesk (6. August 2026). Zuletzt geprüft: 7. August 2026.
